Hauptsache Familie – Bündnis für Bad Honnef – Chronik 2009-2016 

Im Sommer 2009 lud die Vizebürgermeisterin und langjährige SPD-Vorsitzende von Bad Honnef, Annette Stegger, Honnefer Schulen, Vereine und Organisationen zu einer Konzeptionsveranstaltung für ein lokales Bündnis für Familie in Bad Honnef ein. Diese wurde vom zentralen Medienbüro der lokalen Familienbündnisse in Deutschland moderiert und begleitet. Aus den Vorschlägen, die von allen Seiten für mehr Familienfreundlichkeit in Bad Honnef gemacht wurden, entwickelte eine Arbeitsgruppe ein Konzept mit vier Schwerpunkten:  „Familienfreundliches Umfeld“, „Bildungsnetzwerk“, „Beruf und Familie“ und „Generationenübergreifende Zusammenarbeit“.
Parallel dazu gründete sich ein gemeinnütziger Förderverein, dessen Aufgabe es sein sollte, Projekte zu koordinieren, mit zu entwickeln und zu begleiten, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und Spenden einzuwerben.

Im Lauf der Zeit hat sich die Arbeit so entwickelt, dass Projekte vom ehrenamtlichen Förderverein mit wechselnden Kooperationspartnern durchgeführt werden. Das Bad Honnefer „Lokale Bündnis für Familie“ hat im Bundesvergleich der lokalen Bündnisse damit die Besonderheit, dass die gesamte konzeptionelle und inhaltliche Arbeit ehrenamtlich geleistet wird. Es gibt im Gegensatz zu den meisten lokalen Bündnissen dafür keinen bei der Kommune oder einer Organisation angestellten Koordinator.

Schwerpunkte unserer Arbeit

Teilhabe sozial benachteiligter Kinder

Unser erstes Projekt im Gründungsjahr war die Organisation der Weihnachtswunschbaumaktion, durch die bis 2015 etwa 800 Geschenke an bedürftige Kinder vermittelt wurden. Der Weihnachtswunschbaum ist eine Gemeinschaftsaktion mit dem Fachdienst Soziales Bad Honnef und dem Jobcenter. Von dort werden alle Kinder bis 14 Jahre aus Familien im Sozialleistungsbezug angeschrieben und dürfen sich ein Geschenk bis 25 Euro wünschen. Das Wunschkärtchen wird anonymisiert an vier festlich geschmückte Weihnachtsbäume im Stadtgebiet gehängt, Honnefer Bürger besorgen die Geschenke, und die Mitarbeiter der Stadt und des Jobcenters verteilen sie vor Heiligabend an die Familien.

Mit der Podiumsdiskussion zu Kinderarmut in Bad Honnef 2010 wurde das Thema in dieser als besonders wohlhabend geltende Stadt zum ersten Mal öffentlich diskutiert. Wir entwickelten daraus unser Projekt „Dabei sein“, durch das bis 2015 etwa 120 Kindern unbürokratisch und ergänzend zum Bildungs- und Teilhabegesetz die Teilnahme an Sport-, Kultur- und Freizeitaktivitäten ermöglicht werden konnte.

Der 2014 gestartete Aufruf „Spenden statt Geschenke“ hilft uns bei der Umsetzung auch anderer Projekte für sozial benachteiligte Kinder. So konnten wir zum Beispiel im letzten Jahr mit der Caritas und dem Familienzentrum des Kath. Kirchengemeindeverbandes für ein Jahr eine vorschulische Sprachförderung für Kinder aus Migranten- und Flüchtlingsfamilien organisieren und finanzieren.

Kinderschutz

Für unser Engagement im Kinderschutz  stehen  die Etablierung der Notinselaktion, der Informationsflyer „Kinderschutz geht alle an“ als Antwort auf die breite öffentliche Diskussion zu dem tragischen Tod der kleinen Anna in einer Bad Honnefer Pflegefamilie und eine Podiumsdiskussion zum Kinderschutz in Bad Honnef im Jahr 2012.

2014 organisierten wir im Siebengebirgsgymnasium eine Veranstaltung zum Thema Gewaltprävention durch mehr Zivilcourage bei Gewalt im öffentlichen Raum (die ja häufig Jugendliche betrifft) und entwickelten zum Nachlesen einen Flyer mit den wichtigsten Handlungsanweisungen dazu.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

2011 starteten wir eine Umfrage in Bad Honnefer Betrieben zu familienfreundlichen Arbeitsbedingungen und zeichneten die Gewinner mit einer Urkunde aus.

Unsere Umfrage zum Betreuungsbedarf von Familien in Bad Honnef (2012) bei Familien von 2000 Kindern zwischen 1-10 Jahren hatte eine hohe Resonanz mit einem Rücklauf von 54% der Fragebögen. So konnte für die anstehende Umsetzung des neuen Rechtsanspruchs auf Kinderbetreuung ab 1 Jahr punktgenau der tatsächliche Bedarf in Bad Honnef ermittelt werden, der erheblich über der  damaligen Schätzung der Landesregierung lag. (Ergebnisse)

Im Februar 2013 wurde das Bad Honnefer Bündnis für Familie vom Berliner Medienbüro der Lokalen Bündnisse für Familien in Deutschland im Auftrag des Familienministeriums für seine Aktivitäten als „Bündnis des Monats ausgezeichnet.

Seit 2014 haben die Ehrenamtlichen des Vorstandes jedes Jahr eine einwöchige Ferienfreizeit organisiert und konnten damit in Bad Honnef die letzte Lücke in der Sommerferienbetreuung schließen:  Kinder lernen Bad Honnefer Betriebe kennen.

Generationenprojekt

2011 riefen wir in Zusammenarbeit mit der Freiwilligenagentur das Projekt Patengroßeltern ins Leben, das Familien mit Kindern bzw. Senioren, die keine Enkel hier am Ort haben, miteinander in Kontakt bringt.

2012/2013 konnte  im Reitersdorfer Park eine generationenübergreifende Spiel- und Freizeitfläche angelegt werden, die vollständig aus Spenden von Honnefer Institutionen und Organisationen und auch durch den Verkauf eines von uns konzipierten und herausgegebenen Memory-Spiels  „Bad Honnefer Bilderbogen“ finanziert wurde. 2014-2016 konnte ebenfalls aus Spendenmitteln über zwei Jahre die Anstellung einer Koordinatorin für generationenübergreifende Projekte finanziert werden, deren Arbeit von einer Lenkungsgruppe aus Mitgliedern des Fördervereins, der kath. und ev. Kirchengemeinden und der AWO begleitet wurde. In dieser Zeit wurden zahlreiche Projekte initiert:
Von Nachbarschaftsaktionen über Vorträge zu Erziehungsfragen bis zur Zeittauschbörse, die 2015 sehr erfolgreich startete.

Seit 2010 übernimmt der Förderverein im Auftrag der Stadt Bad Honnef auch die Ausrichtung eines Familienfrühstücks für Ehrenamtler. Jedes Jahr werden dazu im Advent unterschiedliche Vereine und Organisationen eingeladen, außerdem die jeweils  neuen Inhaber der Ehrenamtskarte NRW.

Einen tabellarischen Überblick über die Anfänge unsere Arbeit  gibt auch unser Flyer zum kleinen Jubiläumsfest „ 5 Jahre Bündnis für Familie Bad Honnef“ im Mai 2014.