Immer weniger Kinder erleben im Aufwachsen ihre Großeltern und vielen SeniorInnen fehlt der Kontakt zu den Enkeln. Es geht um Zugehörigkeit, Vertrauen, Gebraucht werden und um ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Wie viel Dienstleistung erbracht wird, entscheiden die Patengroßeltern je nach ihren Kräften und nach ihrer Lust. Generell lässt sich sagen, dass der Erfolg und die Dauer des Kontaktes von einer „Übereinstimmung“ der gegenseitigen Erwartungen abhängig sind. „Die Chemie muss einfach stimmen“ Einen aktuellen Artikel finden Sie auch im GA v. 05.11.13

Gewinn für die SeniorInnen

Kinder halten jung, sind neugierig und eröffnen – sich selbst und den Patengroßeltern – neue Horizonte. Wer also am Umgang mit Kindern Freude hat, findet eine sinnvolle Aufgabe und kann Wissen, Erfahrung und Zeit geben – den Eltern ebenso wie den Kindern. Im Gegenzug erweitern sie ihren eigenen Horizont, z.B. weil der Patenenkel für einen leichteren Zugang zu neuen Medien wie Internet und Handy sorgt, oder durch das kindliche Staunen über die Welt. Darüber hinaus erhalten sie bei einem guten Verhältnis möglicherweise Hilfestellung im täglichen Leben durch die Familie. Statt Isolation im Alter bedeutet das Engagement meistens die Erfahrung von Zuneigung der Familie, Lebensfreude und gegenseitiger Bereicherung.

Gewinn für die Kinder

Großeltern sind für Kinder wichtige Bezugspersonen, weil sie ein anderes Wissen und eine eigene Sicht auf die Welt haben und diese weiter geben. Außerdem werden die Besonderheiten des Altwerdens für die Kinder erfahrbar. Weil SeniorInnen oft mehr Zeit haben als die Eltern, bekommen Enkel oft viel Aufmerksamkeit und Unternehmungen geboten: Spielplatz- oder Zoobesuch, Vorlesen oder eigene Geschichten erfinden, gemeinsam kochen oder backen u.v.m.
Der etwas langsamere Lebensrhythmus des Alters entspricht häufig dem des Kindes – hier mal schauen, dort mal anhalten, noch mal nachfragen bis alles verstanden ist. Der vom Berufsalltag geprägte Rhythmus der Eltern bringt oft Hetze und Ungeduld in das gemeinsame Leben. Kinder profitieren davon, dass Großeltern nicht den alltäglichen Zeit- und Erziehungsstress mitmachen müssen: Die Großeltern reagieren oft gelassener und verwöhnen die Enkel auch gerne mal – ganz ohne schlechtes Gewissen.
Wenn keine „eigenen“ Großeltern mehr da sind, fehlen all diese Erfahrung im Leben der Kinder. Hierfür sind Patengroßeltern ein gelungener Ausgleich.

Gewinn für die Familien

Der Gewinn der Familien liegt ebenfalls auf mehreren Ebenen. Sie können sich über die Bereicherung des Lebens ihres Kindes freuen. Sie profitieren auch von der Lebenserfahrung der Älteren und können für einige Zeit ihre Verantwortung für die Kinder mit jemandem teilen. Auißerdem kann ihnen flexibel und unbürokratisch bei der Betreuung und Versorgung ihrer Kinder geholfen werden, was eine große Entlastung darstellt und hilft, den Alltag zu bewältigen. Die Eltern haben Zeit für Besorgungen und Arzttermine, aber auch, um sich selbst mal was Gutes zu tun.

Quelle: Lokale Bündnisse für Familien
Am 16. September hat ein Treffen von Patengroßeltern und Familien stattgefunden; hier ein Presseartikel dazu.

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