Kinderschutz geht alle an

traurigUnter den Schlagworten Hinsehen – Handel –Helfen hat das Bündnis für Familie eine Information zum Kinderschutz für alle Bürger Bad Honnefs entworfen. Zum Schuljahresbeginn wurde sie in Schulen und Kindertagesstätten an alle Eltern verteilt.

Die Bürgermeisterin, Jugendamt und Stadtelternrat haben beratend mitgewirkt.

Mehr eigenes Bewusstsein durch Information über mögliche Warnzeichen einer Kindeswohlgefährdung und mehr Transparenz in Kenntnis der Abläufe, die im Jugendamt bei Hinweisen dazu in Gang gesetzt werden, sollen Bürgern erleichtern, im Verdachtsfall Kontakt mit Kinderschutzstellen aufzunehmen. Denn Kinderschutz geht alle an – er ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und kann auch nur als gemeinsames Anliegen gelingen.

Anlass für diese Information ist die traumatische Krise, die der Tod der kleinen Anna, Pflegekind in einer Bad Honnefer Familie, in der Bürgerschaft ausgelöst hat. Die Reaktion auf diesen Schock hat sehr viele Emotionen hervorgerufen. Dabei war stets die erste Frage: „Wie konnte das passieren?“ Sie muss alle Menschen im Kontakt zu Anna zu einer sehr kritischen Überprüfung der eigenen Wahrnehmung und des eigenen Handels veranlassen. Die moralische Empörung und die Frage nach Schuld als erste Reaktion sind verständlich, sie dürfen aber nicht die einzige Reaktion bleiben. Ein Verharren in Schuldzuweisungen führt zur Stagnation, nicht zur Bewältigung einer solchen Krise. „Wie können wir verhindern, dass so etwas noch einmal geschieht?“ ist also die zwingend zweite und zukunftsgerichtete Frage, die sich viele verantwortungsbewusste Bürger auch bereits gestellt haben.

Das Bündnis für Familie setzt dabei auf Information als wichtigste Maßnahme der Prävention. Der Flyer ist dabei nur eine Möglichkeit. Ein Podiumsgespräch zum Kinderschutz, in dem die Begrifflichkeiten noch genauer erklärt und im Gespräch mit Bürgern mit Inhalt gefüllt werden können, ist als gemeinsame Aktion von Bündnis Familie, Jugendamt, Kinderschutzbund und Polizei ebenfalls bereits fest geplant und besprochen. Der Termin wird stattfinden, sobald der Prozess im Fall Anna abgeschlossen ist.

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Bei der Vorstellung des Flyers:
Marion Kramer – Leiterin Fachdienst Beratung und Hilfen im Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Stadt Bad Honnef, Helga Martini – Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie der Stadt Bad Honnef, Renate Künzel – 2. Vorsitzende des Stadtelternrates, Bürgermeisterin Wally Feiden, Dr. Beate Schaaf – Vorsitzende Förderverien „Hauptsache Familie-Bündnis für Bad Honnef“, Nicole Geier – Hauptsache Familie-Bündnis für Bad Honnef

Einen Flyer der Stadt Bad Honnef finden Sie hier.